WOB

17.03.2009 | Kategorie: Es waren einmal die Medien...

“World of Bullshit” überschreibt die taz heute einen bitterbösen Kommentar zu der Debatte über “Killerspiele”, die anlässlich des Amoklaufs in Winnenden neuerlich entflammt ist. Neuerdings gehört ja auch “World of Warcraft” zu dieser Kategorie; Experten verwenden hier bisweilen den Begriff “Egoshooter”…

Im Kommentar der taz bekommen Medienbetrieb und Expertologen gleichermaßen ihr Fett weg:

Wesentlich ausdauernder noch als vorm Computer übrigens hocken die Jugendlichen übrigens noch immer vor dem Fernseher. Dort stehen ihre Chancen derzeit sehr gut, Christian Pfeiffer persönlich zu begegnen. Heute Abend etwa sitzt er um 22.15 Uhr bei Phoenix in der “Expertenrunde” zum Thema: “Nach dem Amoklauf - Wie gefährlich sind Killerspiele?”

In der offiziellen Ankündigung dieser wichtigen Sendung ist allen Ernstes von “,Ego-Shootern’ wie ,World Of Warcraft’” die Rede. Schon klar. Diskutieren die Experten demnächst auch über “Pornofilme wie ,Bambi’”?

(Wobei ich den ersten Satz des Zitats mit einem fetten Fragezeichen versehen würde.)

Der Gerechtigkeit halber möchte ich aber noch auf folgenden Absatz aus einer Meldung auf sueddeutsche.de verweisen, der zeigt, dass es auch differenzierter geht:

Die nach dem Amoklauf in Winnenden diskutierte Gefahr von Killerspielen sei ein Faktor, “aber nicht der entscheidende”, so Pfeiffer. Erst, wenn andere Faktoren, etwa Gewalt in der Familie oder delinquente Freunde, hinzukämen, wirke sich die Nutzung von Ego-Shootern auf das Verhalten aus.

1 Kommentar
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  1. Recht differenziert war auch die Diskussion in der letzten Sendung von Anne Will sowie ein Beitrag im Deutschlandfunk (leider noch nicht als Podcast verfügbar).

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