Offline auf dem Land

05.04.2009 | Kategorie: Forschung

In seiner aktuellen Ausgabe (das darf man einen Tag vor Veröffentlichung der nächsten ja so schreiben) berichtet der Spiegel über ein Problem, das viele Internetnutzer auf dem Land plagt: Für die Telekom lohnt es sich nicht, schwach besiedelte Gebiete an das Breitbandnetz anzuschließen. Weshalb die Onliner dort nicht mit Highspeed, sondern mit der Bimmelbahn im Internet unterwegs sind.

In einem Beitrag für die Statistischen Monatshefte Niedersachsen 9/2008 habe ich die Ergebnisse für Niedersachsen aus einer EU-weiten Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT 2007) dargestellt. In dem Artikel findet sich auch ein kleiner Absatz zu der Problematik, die nun der Spiegel aufgreift: Ein bedeutsamer Teil derjenigen, die ohne DSL-Anschluss online sind, müssen zwangsläufig auf eine schnellere Internetverbindung verzichten, da ihr Wohnort nicht an das Breitbandnetz angeschlossen ist. (Die exakte Zahl kann ich nicht nennen, da die Statistikämter eine sehr strikte Sprachregelung bei Ergebnissen haben, die auf weniger als 50 bis 100 Fällen basieren - unabhängig davon wie viele Fälle die Basis bilden; in diesem Fall sind es z.B. 1080 Haushalte. Ich verrate jedoch nicht zu viel, wenn ich schreibe, dass es deutlich weniger als die von heise.de fälschlicherweise berichteten 20 Prozent sind.)

Im Rahmen des zweiten Konjunkturpakets zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise sieht die Bundesregierung ja auch den Anschluss ländlicher Regionen an das Breitbandnetz vor. Problem erkannt, Problem gebannt?

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