<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	>

<channel>
	<title>keine experimente</title>
	<atom:link href="http://blog.ansgar-wolsing.de/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://blog.ansgar-wolsing.de</link>
	<description></description>
	<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 07:32:45 +0000</pubDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.7.1</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Umfragen vs. Wahlergebnisse rechtsextremer Parteien</title>
		<link>http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/1033</link>
		<comments>http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/1033#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Sep 2011 11:46:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ansgar Wolsing</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Zahlen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.ansgar-wolsing.de/?p=1033</guid>
		<description><![CDATA[Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liest man wieder, dass die NPD bei Wahlen oft mehr Stimmen erhalte als ihr in den Meinungsumfragen prognostiziert worden sei.1
So die SZ am Samstag (&#8221;Bodenständig braun&#8221;, 03.09.2011, Seite 2):
Zuletzt lag die NPD in Umfragen unter fünf Prozent, doch die Partei schneidet bei Wahlen oft besser ab als in Umfragen.
Ursache dafür [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liest man wieder, dass die NPD bei Wahlen oft mehr Stimmen erhalte als ihr in den Meinungsumfragen prognostiziert worden sei.<sup>1</sup></p>
<p>So die SZ am Samstag (&#8221;Bodenständig braun&#8221;, 03.09.2011, Seite 2):</p>
<blockquote><p>Zuletzt lag die NPD in Umfragen unter fünf Prozent, doch die Partei schneidet bei Wahlen oft besser ab als in Umfragen.</p></blockquote>
<p>Ursache dafür sei die Tendenz, dass Befragte, die erwägen, einer rechtsextremen Partei ihre Stimme zu geben, in der Umfrage nicht ihre tatsächliche Präferenz äußern. Nun kennt die empirische Sozialforschung in der Tat das Phänomen der <a href="http://www.zfs-online.org/index.php/zfs/article/view/1169">sozialen Erwünschtheit</a>. Demnach möchten Menschen in der Befragungssituation sich in einem positiven Licht präsentieren. Sie neigen dazu, &#8220;wahre&#8221; Antworten, bei denen sie Missbilligung des Gegenübers befürchten, zu vermeiden. Die Wahl einer rechtsextremen Partei dürfte mithin nicht als sozial erwünschtes Verhalten aufgefasst werden.</p>
<p>Daher ist die Annahme, dass Befragte eher zögern, eine vorhandene Präferenz für die NPD oder eine andere rechtsextreme Partei zu äußern, sicherlich nicht von der Hand zu weisen. Allerdings dürften auch die Meinungsforschungsinstitute um dieses Phänomen wissen. Umfrageergebnisse professioneller Institute geben keine völligen Rohdaten wieder, sondern sind das Resultat mehr oder weniger starker Gewichtungen. Allein um die soziodemographischen Randverteilungen an die Wahlberechtigten anzupassen, werden die Daten gewichtet. Es ist anzunehmen, dass auch das Phänomen der sozialen Erwünschtheit bei der Wahl rechtsextremer Parteien berücksichtigt wird.</p>
<p>Um zu prüfen, inwieweit die Aussage zutrifft, dass rechtsextreme Parteien in publizierten Meinungsumfragen häufig weniger Zuspruch erhalten als an der Wahlurne, wird die auf <a href="http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/index.htm">wahlrecht.de</a> dokumentierten Umfrage- und Wahlergebnisse zahlreicher Landtagswahlen zurückgegriffen.</p>
<p>Es werden jeweils das Wahlergebnis sowie die Stimmenanteile in der letzten Umfrage vor der Landtagswahl ausgewiesen, bei der die Stimmenanteile rechtsextremer Parteien explizit genannt wurden. Dabei dürfen die Umfragen nicht mehr als einen Monat vor der Wahl veröffentlicht worden sein. Es werden die Stimmenanteile der NPD, der DVU, der Republikaner oder &#8220;rechter&#8221; Parteien (siehe <a href="http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/index.htm">wahlrecht.de</a>) herangezogen. Die vollständigen Daten sind bei <a href="https://docs.google.com/spreadsheet/pub?hl=en_US&#038;hl=en_US&#038;key=0AtupSMb6KT5pdGpvOTdaV011M2xSU1hEZHp3d21zVWc&#038;output=html">Google Docs</a> dokumentiert.</p>
<p><img src="http://blog.ansgar-wolsing.de/wp-content/uploads/2011/09/umfragen_vs_wahlergebnisse1.jpg" alt="Umfragen vs. Wahlergebnisse v2" title="Umfragen vs. Wahlergebnisse v2" width="516" height="660" class="size-full wp-image-1081" /><br />
<span style="font-size:90%;color:#888;">(Eigene Darstellung; Daten: <a href="http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/index.htm">wahlrecht.de</a>; <a href="https://docs.google.com/spreadsheet/pub?hl=en_US&#038;key=0AtupSMb6KT5pdGpvOTdaV011M2xSU1hEZHp3d21zVWc&#038;hl=en_US&#038;gid=1">interaktive Grafik</a>)</p>
<p>Die Abbildung zeigt, dass in den meisten Fällen Umfragen und Wahlergebnisse nahe beieinander liegen. In 15 von 22 Fällen bewegen sich die Abweichungen in einem solch geringen Rahmen, dass sie allein darauf zurückgeführt werden könnten, dass Stimmenanteile in Umfrageergebnissen in der Regel auf ganze Zahlen gerundet ausgewiesen werden. Von den verbleibenden sieben Fällen <em>überschätzten</em> sechs Umfragen die Ergebnisse am Wahltag.</p>
<p>Allein eine Landtagswahl sticht heraus: In Sachsen-Anhalt konnte sich die DVU im Vorfeld der Landtagswahl 1998 zwar den Einzug ins Landesparlament erhoffen: Die letzte Umfrage vor der Wahl sagte einen Stimmenanteil von sechs Prozent voraus. Das Wahlergebnis übertraf diese Projektion jedoch um mehr als das Doppelte. Die DVU erreichte 12,9 Prozent und gewann 16 Mandate. (Im Übrigen unterschätzten die zuvor veröffentlichten Meinungsumfragen ebenfalls den Stimmenanteil der DVU bei der Landtagswahl, siehe: <a href="http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/sachsen-anhalt.htm">http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/sachsen-anhalt.htm</a>.)</p>
<p>Nun könnte man einwenden, dass zum Unterschätzen der rechtsextremen Parteien auch dazu gehört, sie in den veröffentlichten Umfrageergebnissen nicht gesondert auszuweisen, sondern unter den &#8220;Sonstigen&#8221; zu verbuchen. In diesem Fall würde der entsprechende Vergleich zwischen Umfrage- und Wahlergebnis nicht in der obigen Abbildung auftauchen. Der Eindruck, dass die Stimmenanteile aus Projektionen und Wahlergebnissen in der Regel nahe beieinander liegen, würde trügen, da nur jene Wahlen aufgeführt würden, bei denen bereits im Vorfeld ein bedeutsames Ergebnis der rechtsextremen Parteien erwartet worden war.</p>
<p>Dies scheint aber weitgehend nicht der Fall gewesen zu sein. Bloß bei zwei Landtagswahlen wurden die rechtsextremen Parteien nicht gesondert in den Umfragen berücksichtigt und erreichten bei der Wahl beachtliche Ergebnisse: Zum einen die thüringische Landtagswahl 2004, für die die letzte Umfrage vor dem Wahltag einen dreiprozentigen Anteil sonstiger Parteien voraussagte, NPD und Republikaner bei der Wahl zusammengenommen bereits 3,6 Prozent der Stimmen erreichten. Und insbesondere die Landtagswahl 2004 im Saarland, als auf die NPD vier Prozent der Stimmen entfielen.</p>
<p>Anscheinend hat allein das im Vorfeld deutlich unterschätzte Wahlergebnis der DVU bei der sachsen-anhaltinischen Landtagswahl 1998 - so lange ist das bereits her? - einen bleibenden Eindruck hinterlassen.</p>
<p>Heute darf die Hypothese gleich wieder geprüft werden. Die jüngsten Umfragen von Infratest dimap, Emnid, Forsa und der Forschungsgruppe Wahlen sehen die NPD zwischen vier (Emnid) und fünf Prozent (Forsa, (siehe <a href="http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/mecklenburg-vorpommern.htm">http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/mecklenburg-vorpommern.htm</a>). Wie viele Stimmen wird die NPD bei der Wahl erhalten?<br />
<br/></p>
<hr />
<p style="font-size:90%; color: #888;">
<sup>1</sup> Die Meinungsforschungsinstitute sprechen von &#8220;Projektionen&#8221;. Wahlprognosen basieren auf den Ergebnissen von Exit Polls am Wahltag.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/1033/feed</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>32 von 1,4 Millionen</title>
		<link>http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/985</link>
		<comments>http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/985#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 18:12:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ansgar Wolsing</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Zahlen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.ansgar-wolsing.de/?p=985</guid>
		<description><![CDATA[Im Zuge des Skandals um angeblich manipulierte Spiele, bestechliche Spieler und die Wettmafia sind auch 32 Partien im deutschen Fußball unter Verdacht geraten. Laut sueddeutsche.de darunter vier Spiele in der 2. Bundesliga, drei in der 3. Liga, 18 in den Regionalligen sowie 5 in den Oberligen. Daneben &#8220;zwei U-19-Begegnungen&#8221;.
Alle in heller Aufregung. Nicht so DFB-Präsident [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zuge des Skandals um angeblich manipulierte Spiele, bestechliche Spieler und die Wettmafia sind auch 32 Partien im deutschen Fußball unter Verdacht geraten. Laut <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/756/495086/text/">sueddeutsche.de</a> darunter vier Spiele in der 2. Bundesliga, drei in der 3. Liga, 18 in den Regionalligen sowie 5 in den Oberligen. Daneben &#8220;zwei U-19-Begegnungen&#8221;.</p>
<p>Alle in heller Aufregung. Nicht so DFB-Präsident Theo Zwanziger, der <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,662639,00.html">sagt</a>: &#8220;Ich verstehe die ganze Aufregung nicht, wenn von 1,4 Millionen Spielen im Jahr 32 untersucht werden.&#8221;</p>
<p>Nun habe ich mich gefragt, wie Zwanziger (oder der/die schlaue MitarbeiterIn aus der DFB-Kommunikationsabteilung) auf diese gigantische Zahl von 1,4 Millionen Spielen im Jahr kommt. Schließlich kann man - zumindest einer schnellen Internetrecherche zu Folge (z.B. auf <a href="http://www.betsquare.com/">betsquare.com</a>) und was die legalen Wetten betrifft nur bis zur Oberliga relativ breit auf Spielergebnisse wetten; Wetten auf die Spiele in den drei U19-Bundesligen sind ebenfalls möglich; ab der sechsten Spielklasse werden die Wetten spärlich. Frauenfußball(-wetten) scheint es nur in der 1. Bundesliga zu geben.</p>
<p><span id="more-985"></span></p>
<p>Ich habe einmal die Zahl aller Partien, die pro Spielzeit in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fball-Ligasystem_in_Deutschland#Aktuelle_Ligapyramide">ersten bis fünften Spielklasse</a> absolviert werden, addiert und außerdem die Frauen-Bundesliga sowie die drei U19-Bundesligen hinzugerechnet. Insgesamt komme ich auf 6.200 Spiele, die in den ersten fünf Klassen stattfinden:</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1002" title="schieber" src="http://blog.ansgar-wolsing.de/wp-content/uploads/2009/11/schieber.png" alt="schieber" width="288" height="481" /></p>
<p>Zählt man außerdem die hier nicht dargestellten 34 Sechstliga-Staffeln der einzelnen Verbände hinzu, so kommt man insgesamt auf 15.480 Spiele, die pro Saison auf dem Spielplan stehen. Eine beachtliche Zahl, und wer sich sämtliche Ergebnisse merken kann, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Wettkönig bei &#8220;Wetten dass&#8230;&#8221;. Von den genannten 1,4 Millionen ist man da aber noch weit entfernt, nämlich etwa um das 90-fache. Die an dieser Stelle unberücksichtigten 63 Spiele im DFB-Pokal der Herren ab der ersten Hauptrunde und die 56 Pokalspiele der Damen fallen da gar nicht weiter ins Gewicht. Vermutlich bedarf es sämtlicher ausgetragener Spiele auf jeglichem Niveau, aller Jugendspiele ab der F-Jugend, aller Freundschaftsspiele, an denen zumindest ein im DFB oder einer seiner Untergliederungen organisierter Verein beteiligt ist, sämtlicher Pokal-Wettbewerbe und - unbestätigten Gerüchten zu Folge auch des von Wettanbietern und Fußballästheten gleich geliebten MZES-Fußballs, um annähernd auf 1,4 Millionen Spiele zu kommen.</p>
<p>So wird künstlich der Nenner mit Spielen erhöht, für die in der Regel überhaupt keine Wetten abgeschlossen werden. Nimmt man nur die Spielklassen bis zur Oberliga inkl. der Damen-Bundesliga und der U19-Ligen, so entsprechen 32 verschobene Spiele zwar auch lediglich 0,5 Prozent der 6.200 Spiele insgesamt. Aber im Vergleich zu über einer Million Partien wirken kläglich 32 ja noch weniger.</p>
<p>Nette Zahlenspielerei.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/985/feed</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Erste Ergebnisse der wahlumfrage2009.de</title>
		<link>http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/978</link>
		<comments>http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/978#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 15:06:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ansgar Wolsing</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[BTW09]]></category>

		<category><![CDATA[Forschung]]></category>

		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.ansgar-wolsing.de/?p=978</guid>
		<description><![CDATA[Unter www.wahlumfrage2009.de sind nun einige Ergebnisse der Umfrage zur Bundestagswahl 2009 veröffentlicht. Leser dieses Blogs werden die Analysen zur Wählerstruktur der Piratenpartei wiedererkennen, die ich auf Grundlage eines Zwischenstands der Umfrage erstellt hatte. Diese Zahlen sind nun aktualisiert. Außerdem gibt es eine Übersicht, wie die einzelnen Parteien in den Social Networks unter den Kontakten der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter <a href="http://www.wahlumfrage2009.de">www.wahlumfrage2009.de</a> sind nun einige Ergebnisse der Umfrage zur Bundestagswahl 2009 veröffentlicht. Leser dieses Blogs werden die Analysen zur Wählerstruktur der Piratenpartei wiedererkennen, die ich auf Grundlage eines Zwischenstands der Umfrage erstellt hatte. Diese Zahlen sind nun aktualisiert. Außerdem gibt es eine Übersicht, wie die einzelnen Parteien in den Social Networks unter den Kontakten der Umfrageteilnehmer bewertet werden. Allein die Grünen und die Piraten kommen hier auf positive Werte.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/978/feed</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Von Seewölfen</title>
		<link>http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/950</link>
		<comments>http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/950#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 01 Nov 2009 13:04:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ansgar Wolsing</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Es waren einmal die Medien...]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.ansgar-wolsing.de/?p=950</guid>
		<description><![CDATA[Anlässlich der Neuverfilmung des &#8220;Seewolfs&#8221; vergleicht Bild.de Raimund Harmstorf, Hauptdarsteller des Vierteilers von 1971, und Sebastian Koch, der im Remake die Hauptrolle spielt. Die Frage &#8220;Welcher Seewolf ist besser?&#8221; beantwortet Bild.de abschließend wie folgt:
&#8220;Seewolf&#8221; Harmstorf ist eine TV-Legende. Jedoch: Sebastian Koch spielt Kapitän Larsson charismatischer, tiefgründiger und zeitgemäßer.
Inwieweit das Attribut &#8220;zeitgemäßer&#8221; groben Unfug darstellt, soll [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anlässlich der Neuverfilmung des &#8220;<a href="http://www.imdb.com/title/tt0066709/">Seewolfs</a>&#8221; vergleicht Bild.de <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Raimund_Harmstorf">Raimund Harmstorf</a>, Hauptdarsteller des Vierteilers von 1971, und Sebastian Koch, der im Remake die Hauptrolle spielt. Die Frage &#8220;<a href="http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/TV/2009/10/31/der-seewolf/raimund-harmstorf-sebastian-koch.html">Welcher Seewolf ist besser?</a>&#8221; beantwortet Bild.de abschließend wie folgt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Seewolf&#8221; Harmstorf ist eine TV-Legende. Jedoch: Sebastian Koch spielt Kapitän Larsson charismatischer, tiefgründiger und zeitgemäßer.</p></blockquote>
<p>Inwieweit das Attribut &#8220;zeitgemäßer&#8221; groben Unfug darstellt, soll hier gar nicht diskutiert werden. Viel spannender ist, was Bild.de seinen Lesern vorenthält: Nicht immer berichtete BILD so harmlos bis wohlwollend über den Schauspieler. Die &#8220;TV-Legende&#8221; nahm sich 1998 das Leben, einen Tag nachdem die BILD-Zeitung berichtet hatte, er sei nach einem Selbstmordversuch in die geschlossene Abteilung einer Psychiatrie eingewiesen worden - &#8220;völlig abgeschottet von der Außenwelt&#8221;. BILD behauptete, Harmstorf sei &#8220;<a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1998/0613/none/0007/index.html">[m]it aufgeschnittenem Handgelenk von der Polizei aufgegriffen</a>&#8221; worden. Sein Leben wurde als eine Aneinanderreihung von <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/was-ddp-raimund-harmstorf-nicht-erspart/">Schicksalsschlägen</a> beschrieben. In einem <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1998/0613/none/0007/index.html">Bericht</a> der Berliner Zeitung stellt sich die Geschichte ein wenig anders dar: Demnach hatte Harmstorf, der unter Parkinson litt, wohl selbst den Notarzt gerufen, als er nach der Einnahme einer großen Zahl von Tabletten kurz vor der Ohnmacht stand. Er wurde später von der Intensivstation in die psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses überstellt. Kein Blut, keine geschlossene Anstalt. Zur Berichterstattung sagte Harmstorf nach Aussage seiner Lebensgefährtin: &#8220;Das ist mein Todesurteil.&#8221; Am selben Abend nahm er sich das Leben.</p>
<p>Polizei und Staatsanwaltschaft warfen der BILD-Zeitung vor, durch ihre Berichterstattung eine Mitschuld am Suizid zu tragen. BILD behauptete, sich auf die Auskünfte der Polizei vor Ort verlassen zu haben, wo aber niemand mit dem Boulevardblatt gesprochen haben wollte. Auch die Klinik, in der Harmstorf stationiert war, hatte von den angeblichen Recherchebemühungen der BILD-Zeitung nicht sonderlich viel mitbekommen.</p>
<p>Das alles erfährt der Leser dieses lapidaren Vergleichs nicht; er weiß bloß, dass Koch &#8220;DAS BESSERE OUTFIT&#8221; habe und Harmstorf &#8220;DER HÄRTERE TYP&#8221; sei.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/950/feed</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Piratenwähler, Teil III</title>
		<link>http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/940</link>
		<comments>http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/940#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 20:49:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ansgar Wolsing</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[BTW09]]></category>

		<category><![CDATA[Forschung]]></category>

		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.ansgar-wolsing.de/?p=940</guid>
		<description><![CDATA[Die Piratenpartei hat bei der Bundestagswahl voraussichtlich etwa zwei Prozent der Stimmen erreicht. Den Bundestag haben die Piraten damit nicht entern können. Dennoch ist es ein Achtungserfolg, die Piratenpartei ist damit wohl die stärkste der Kleinstparteien, die unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde geblieben sind.
Im vorletzten Beitrag habe ich auf Grundlage von Zwischenergebnissen der wahlumfrage2009.de gezeigt, dass die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Piratenpartei hat bei der Bundestagswahl voraussichtlich etwa zwei Prozent der Stimmen erreicht. Den Bundestag haben die Piraten damit nicht entern können. Dennoch ist es ein <a href="http://www.netzpolitik.org/2009/klare-fronten-schwarz-gelb/">Achtungserfolg</a>, die Piratenpartei ist damit wohl die stärkste der Kleinstparteien, die unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde geblieben sind.</p>
<p>Im <a href="http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/873">vorletzten Beitrag</a> habe ich auf Grundlage von Zwischenergebnissen der <a href="http://www.wahlumfrage2009.de">wahlumfrage2009.de</a> gezeigt, dass die Piratenpartei insbesondere unter den jüngeren Wählern auf Erfolge hoffen konnte. <a href="http://www.zeit.de/newsticker/2009/9/27/iptc-bdt-20090927-649-22518560xml">Nach vorläufigen Zahlen</a> scheinen sich die Piraten tatsächlich die Stimmen von bis zu 13 Prozent der männlichen Erstwähler sichern haben können. <span style="color: #999;">[UPDATE: Hier war vorher von Erstwählern die Rede, laut <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,651683,00.html">Spiegel Online</a> handelt es sich jedoch um die Gruppe der männlichen Erstwähler. Was aber die Ergebnisse der Analysen nur untermauert.]</span></p>
<p>Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die Piratenpartei in Zukunft weiterentwickeln wird: Werden sich die etablierten, im Bundestag vertretenen Parteien der Anliegen der Piratenpartei verstärkt annehmen und die neue Partei <a href="http://www.welt.de/politik/bundestagswahl/article4647418/Piraten-feiern-ersten-und-vielleicht-letzten-Erfolg.html"></a>obsolet</a> machen? Oder werden sich die Piraten auf Dauer als Partei für &#8220;Netzthemen&#8221; etablieren können?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/940/feed</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Piratenwähler, Teil II</title>
		<link>http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/908</link>
		<comments>http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/908#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 08:27:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ansgar Wolsing</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[BTW09]]></category>

		<category><![CDATA[Forschung]]></category>

		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.ansgar-wolsing.de/?p=908</guid>
		<description><![CDATA[Im vergangenen Posting bin ich auf Grundlage von Zwischenergebnissen der Online-Umfrage wahlumfrage2009.de [Psst: Wir suchen weiterhin Teilnehmer ;-)] der Frage nachgegangen, wer die Wähler der Piratenpartei sind: Die (potentielle) Wählerschaft der Piraten setzt sich demnach vor allem aus jungen, internetaffinen Männern zusammen. Beim Versuch, den Bundestag zu entern, sind Frauen dagegen nur vereinzelt an Bord. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im vergangenen Posting bin ich auf Grundlage von Zwischenergebnissen der Online-Umfrage <a href="http://www.wahlumfrage2009.de">wahlumfrage2009.de</a> <span style="color: #999">[Psst: Wir suchen weiterhin Teilnehmer ;-)]</span> der Frage nachgegangen, wer die <a href="http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/873">Wähler der Piratenpartei</a> sind: Die (potentielle) Wählerschaft der Piraten setzt sich demnach vor allem aus jungen, internetaffinen Männern zusammen. Beim Versuch, den Bundestag zu entern, sind Frauen dagegen nur vereinzelt an Bord. Auch ältere Wähler, für die das Internet vermutlich keine zentrale Rolle spielt, ziehen die Wahl der Piratenpartei kaum in Erwägung.</p>
<p>Woher kommen die Wähler der Piraten? Welche Partei(en) haben sie gewählt, bevor es die Piratenpartei gab? Diese wurde schließlich erst im September 2006 gegründet und tritt daher in diesem Jahr zum ersten Mal bei einer Bundestagswahl an.</p>
<p>In der <a href="http://www.wahlumfrage2009.de">wahlumfrage2009.de</a> bitten wir die Befragten, anzugehen, welche Partei sie bei der Bundestagswahl 2005 gewählt haben. Diese sogenannte Recall-Frage ist ein etabliertes, allerdings auch oft kritisiertes Instrument der Wahlforschung. Kritisiert deswegen, da Befragte auf Grund von Erinnerungsverzerrungen nicht die Partei nennen (können), die sie tatsächlich gewählt haben. Entweder weil sie dazu neigen, die damalige Stimmabgabe an aktuelle Präferenzen anzupassen, um konsistent zu bleiben. Oder sich - weil eben &#8220;das Leben, nicht die Politik [...] wichtig [ist]&#8221; (van Deth 2000) - nach mehreren Jahren nicht mehr recht daran erinnern können, welcher Partei sie ihre Stimme gegeben haben. Allerdings gibt es zumindest für die Wähler der Piratenpartei nicht die Gelegenheit, ihre damalige Stimmabgabe mit ihrer aktuellen Parteipräferenz abzugleichen.</p>
<p>Die Abbildung zeigt, dass sich die Wähler der Piratenpartei 2009 in der <a href="http://www.wahlumfrage2009.de">wahlumfrage2009.de</a> insbesondere aus drei Gruppen rekrutieren: </p>
<p><img src="http://blog.ansgar-wolsing.de/wp-content/uploads/2009/09/piratenrecall3.png" alt="Piratenrecall" title="Piratenrecall" width="484px" height="352px" class="alignnone size-full wp-image-922" /></p>
<p>Die Piratenwähler in der - nicht-repräsentativen - <a href="http://www.wahlumfrage2009.de">wahlumfrage2009.de</a> haben nach eigenen Angaben bei der Bundestagswahl 2005 zu einem großen Teil die Grünen oder die SPD gewählt. Auch von der FDP scheinen einige zu den <a href="http://www.fixmbr.de/entern-die-piraten-2012-die-hamburger-buergerschaft/">Piraten</a> übergelaufen zu sein. Auffällig ist die Zahl von Befragten, die angeben, bei der letzten Bundestagswahl der Wahlurne fern geblieben zu sein. Dies sind in der <a href="http://www.wahlumfrage2009.de">wahlumfrage2009.de</a> immerhin 15 Prozent.</p>
<p>Die Umfrageergebnisse zeigen überdies, dass die Piratenwähler die SPD deutlich schlechter bewerten als die übrigen Wähler (SPD-Wähler hier ausgeschlossen). Ob dies am vermeintlich <a href="http://www.netzpolitik.org/2009/wie-die-spd-den-wahlkampf-im-netz-verspielte/">gescheiterten Internetwahlkampf</a> der SPD liegt oder an der Zustimmung zum sogenannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zugangserschwerungsgesetz">Zugangserschwerungsgesetz</a>, wäre eine interessante Frage.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.ansgar-wolsing.de/archiv/908/feed</wfw:commentRss>
		</item>
	</channel>
</rss>
